„Welcher Farbtyp bin ich?“ –

Warum ich diese Frage nicht einfach zwischen Tür und

Angel beantworte

„Du bist doch Farbberaterin. Kannst du mir mal eben sagen, welcher Farbtyp ich bin?“

Diese Frage höre ich regelmäßig. Auf Familienfeiern, bei Treffen mit Freunden, auf Veranstaltungen oder auch ganz spontan im Alltag.

Oft schaut mich die Person erwartungsvoll an und hält sogar noch die Haare zur Seite oder stellt sich direkt ins Licht. Die Hoffnung: ein schneller Blick – und schon gibt es die Antwort.

Doch genau an dieser Stelle muss ich meist enttäuschen.



Eine professionelle Farbanalyse basiert nicht auf einer spontanen Einschätzung, sondern auf einem systematischen Vergleich verschiedener Farben direkt am Gesicht. 



Natürlich sehe ich als Farbberaterin bestimmte Merkmale. Ich nehme wahr, ob jemand eher warme oder kühle Tendenzen hat, ob die Augen eher weich oder klar wirken oder ob die natürliche Haarfarbe einen bestimmten Hinweis geben könnte.

Trotzdem wäre es unprofessionell, daraus sofort einen Farbtyp abzuleiten.


Warum eine Vermutung keine Farbanalyse ersetzt


Stellen Sie sich vor, Sie gehen zu einem Arzt und fragen: „Was habe ich denn?“

Der Arzt wirft einen kurzen Blick auf Sie und nennt sofort eine Diagnose – ohne Untersuchung, ohne Fragen und ohne weitere Informationen.

Vermutlich würden Sie sich damit nicht zufriedengeben.

Ähnlich verhält es sich bei einer Farbberatung.

Eine professionelle Farbanalyse basiert nicht auf einer spontanen Einschätzung, sondern auf einem systematischen Vergleich verschiedener Farben direkt am Gesicht. Erst dabei zeigt sich, welche Farben die Haut frischer wirken lassen, welche die Augen zum Strahlen bringen und welche möglicherweise Schatten, Rötungen oder Müdigkeit betonen.

Genau deshalb reicht ein kurzer Blick nicht aus.


Der erste Eindruck kann täuschen


Viele Menschen gehen davon aus, dass bestimmte Merkmale automatisch einen bestimmten Farbtyp bedeuten.


Blonde Haare? Dann muss es doch ein Frühling sein.

Braune Augen? Sicher ein Herbsttyp.

Graue Haare? Bestimmt Sommer.


So einfach ist es leider nicht.


Im Laufe meiner Tätigkeit habe ich immer wieder erlebt, dass Menschen völlig anders eingeordnet wurden, als sie selbst oder ihr Umfeld vermutet hatten.

Manchmal wirken Haare warm, obwohl der Hautunterton kühl ist. Manchmal verfälscht eine Haarfarbe das Gesamtbild. Auch Make-up, Brillenfarben oder die aktuelle Kleidung können den Eindruck beeinflussen.

Deshalb verlasse ich mich nie auf Vermutungen.


Warum ich keine schnellen Antworten gebe


Es gibt noch einen weiteren wichtigen Grund. Angenommen, ich würde auf einer Feier sagen:

„Ich denke, Sie sind ein Herbsttyp.“


Die Person merkt sich diese Aussage. Vielleicht erzählt sie es weiter, kauft Kleidung in entsprechenden Farben oder beschäftigt sich intensiver damit.

Kommt sie später zu einer professionellen Farbanalyse und das Ergebnis lautet anders, entsteht Verwirrung. Dann heißt es plötzlich: „Aber Sie haben doch damals gesagt, ich sei ein Herbsttyp.“

Genau diese Situation möchte ich vermeiden.

Eine Vermutung ist eben keine Analyse.

Denn, wenn ich als Fachfrau etwas sage, wird es häufig als fachliche Aussage verstanden – selbst dann, wenn ich sie nur vorsichtig gemeint habe. Deshalb halte ich mich mit spontanen Einschätzungen bewusst zurück.


Was bei einer Farbanalyse wirklich passiert


Viele Menschen unterschätzen, wie komplex eine Farbanalyse tatsächlich ist.

Dabei geht es nicht nur um die Frage „warm oder kühl“.

Ebenso wichtig sind andere Faktoren:

·     Wie hell oder dunkel wirkt die natürliche Farbgebung?

·     Sind die Kontraste eher stark oder weich?

·     Wirken Farben klar oder eher gedämpft?

·     Welche Farbqualitäten unterstützen die natürliche Ausstrahlung?